Sonntag, 23. April 2017

Tote Mädchen lügen nicht: Book vs. Series

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Wie ihr vielleicht wisst, erschien am 31.03. - nach langem hin und her wie man das Buch am besten auf die Leinwand bringt - die Netflix Serie zu Jay Ashers Buch "Tote Mädchen lügen nicht" und da ich das Buch richtig toll fand (meine Rezi findest du hier; gerade habe ich sie mir durchgelesen und anscheinend war ich doch nicht so begeistert?? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung wieso, eigentlich mochte ich das Buch), musste ich mir natürlich auch sofort die Serie anschauen.

Ich habe lange hin und her überlegt, ob es Sinn machen würde, dazu so wie zu anderen Verfilmungen einen Book vs. Series Post zu machen, da man beides nicht ganz vergleichen kann und es außerdem lange her war, dass ich das Buch gelesen habe, aber dann dachte ich mir: Warum eigentlich nicht? Die Serie fand ich nämlich trotzdem gut.

Wer sich nun eine 1:1 Verfilmung (oder Verserien-ung; das Wort gibt es zwar nicht, aber das sollte mal einer erfinden!) des Romans erwartet, wird hier auf jeden Fall enttäuscht. Da man das Ganze natürlich auf 13 Folgen strecken musste/wollte, wurde einiges abgeändert. Zum Beispiel hört Clay die Kasetten nicht innerhalb einer Nacht, sondern innerhalb mehrerer Tage an. Dadurch bekommt man einen Einblick, wie die Personen auf ihren Tapes zu den Vorwürfen reagieren, wie sie zu Hannahs Suizid stehen und ob sie ihn verdecken wollen (Achtung Spoiler: Ja, das wollen sie, zumindest größtenteils).

Aber wartet! Dadurch wird die Serie nicht gerade schlechter. Ich fand es gerade toll, sowohl einen Einblick in die gemobbte Person als auch in die Mobber selbst zu bekommen und ihre Hintergründe kennenzulernen. Dadurch konnte man von der Message auch noch viel mehr vermitteln, nämlich dass man offene Augen und ein offenes Herz für die Probleme anderer haben sollte und es gut ist, diesen vorbehaltslos gegenüber zu treten. Außerdem wird vermittelt, dass es immer, auch wenn es sich gerade nichtso anfühlt, mindestens eine, wenn nicht sogar mehr Personen gibt, die dich nach einem Suizid vermissen würden, die dich wirklich mochten, auch wenn es sich im Moment nicht so anfühlt.

Die schauspielerische Leistung war echt klasse, vor allem wenn man beachtet, wie neu die meisten Leute vom Cast in dieser Branche sind.
Vor allem Dylan Minettes (Clay) und Miles Heizers (Alex) Leistung beeindruckte mich schwer, so wie die von Katherine Langford, die Hannah spielte. Sie hauchten so ein Leben in die Figuren ein und machten sie zu dreidimensionalen Charakteren, selbst solche, die im Buch eigentlich kaum vorkamen.

Die Handlung war gut, wie gesagt, durch die Änderungen, um einer Serie gerecht zu werden, etwas anders, aber dennoch fesselte sie mich von Anfang an und ich war im gewissen Maße in einem Zwiespalt, gleich weiterzuschauen aber dennoch das Gefühl zu haben, das gesehene erstmal verdauen zu müssen.
Das Einzige, was mich ein wenig störte, war der Umgang Clays mit Tyler. Klar, was er tat, war falsch, aber ich finde es einfach nicht in Ordnung, gleiches mit gleichem zu vergelten. Vor allem, wenn man weiß, was dieses Aktion Hannah antat (und man merkt ja auch gegen Ende, dass das auch nicht so spurlos an Tyler vorbeiging). Allgemein fand ich es extrem unfair, wie Tyler behandelt wurde.
Doch das nur so nebenbei.

Alles in allem würde ich diese Serie echt empfehlen und finde es gerade gut, dass sie im Moment so gehypt wird, da die Message eine wirklich wichtige ist. Von ihr abraten würde ich euch nur, wenn ihr euch nicht mit grafischem Material von Suizid und Vergewaltigung nicht wohlfühlt bzw, ihr wisst, dass euch so etwas triggered.

LG SweetSummernights♥♥

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